Perverse Logikfreie: Man sei ein Etatist, wenn man sich einer etatistsich überformten Welt nicht entzieht

Tommy Casagrande


Die Argumentation "wer in einer Welt, die von etatistischen Strukturen verzerrt und interveniert ist, nicht unabhängig dieser Strukturen und Interventionen lebt, sei ein Etatist" ist ein Perverser Logikfreier. In einer Welt, die von etatistischen Strukturen verzerrt und interveniert wird, wäre selbst die Alternative, im Urwald zu leben oder Selbstmord zu begehen, letztlich auf den Etatismus bezogen, den es nunmal leider gibt. Denn man würde ja wohl nicht im Urwald leben oder Suizid begehen, wenn es andere Alternativen gäbe, ohne als Etatist dadurch zu gelten.

Es ist pervers, es als Etatismus zu bezeichnen, dass es schlicht ein menschliches Bedürfnis nach Zivilisation und Leben gibt. Nur weil all das heutzutage etatistisch überformt ist, bedeutet es nicht, selbst dadurch Etatist zu sein, weil man in einer Zivilisation lebt. Es ist menschenverachtend, jemandem zu unterstellen, er sei ein Etatist, weil er sich nicht allem Leben, welches vom Etatismus überformt wird, komplett entzieht. Es ist eine perverse Logik. Wenn alle Nahrungsmittelproduktion etatistisch überformt ist und ich das Bedürfnis habe, zu essen, aber mich nicht im Wald ernähren möchte, somit dann als Etatist gelte, dann stirbt mein Glaube an die Vernunft im Menschen ab.

Wenn der Staat die Luftqualität reguliert und kontrolliert, könnte der nächste auf die Idee kommen, mich Etatist zu nennen, weil ich Luft atme. In Folge darauf müsste ich ersticken. Und nachdem ich erstickt bin, sagt der nächste, ich war ein Etatist, weil ich mich dem Etatismus versucht habe zu entziehen aber dadurch auf diesen Etatismus bezogen gehandelt habe. Also stand mein Handeln in Beziehung zum Etatismus, wodurch ich auch im Falle des Suizides ein Etatist gewesen bin. Man ist also immer ein Etatist, auch dann, wenn man es nicht ist. Auch dann, wenn man dagegen ist. Von Geburt bis zum Tod. Jeder. Krankes Geld, kranke Welt, kranke Ideen, kranker Geist.

Stefan Blankertz sagt immer, dass in einer Welt, die vom Etatismus überformt ist, nicht mehr das materielle Handeln entscheiden kann, ob man Etatist ist oder nicht, weil alle Existenz irgendwie mit dem etatistischem Herrschaftssystem verwoben ist, sondern, dass nur noch die persönliche Einstellung, ob man für oder gegen Etatismus sei, Auskunft über die eigene Position geben kann. Nur noch die zu beantwortende Frage ob man staatlicher Herrschaft das Recht zu herrschen abspricht und sich stets für ein weniger, noch weniger bis gar keinen Staat ausspricht oder das Gegenteil tut, gibt Auskunft darüber, ob man ein Etatist ist.

 

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Rubriken: Etatismus Psychologie

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