Der Unterschied zwischen Stefan Blankertz und Oliver Janich

Fatima T. Issara


Beide kenne und schätze ich. Ich kenne sie nicht gut, nicht wie Freunde, aber ich habe ihre Bücher gelesen, lese Ihre Kommentare und habe mit beiden diskutiert. Ich sehe den Unterschied zwischen ihnen nicht in verschiedenen Detailfragen zu tagespolitischen Themen, sondern ich erkenne in beiden eine Bestätigung meiner These über die kollektive Wahrnehmung. Diese kollektive Wahrnehmung über Massenmedien verstehe ich als eine Art Droge mit den typischen Merkmalen einer Droge. Sucht und Realitätsverlust.

Stefan ist für mich der Typ des nicht Süchtigen. Er nimmt die Welt nicht kollektiv wahr, nicht über Massenmedien, sondern verlässt sich auf seine eigene und ganz persönliche Wahrnehmung. Er ist deshalb ein Vertreter der Opposition ausserhalb des bestehenden Systems. Oliver hingegen steht völlig unter den Zwängen der kollektiven Wahrnehmung. Er nimmt die Welt durch die Massenmedien wahr und ist deshalb ein Vertreter der Opposition innerhalb des Systems. Sicher konsumiert auch Stefan die Medien, nur beschränkt er sich auf die reine "zur Kenntnisnahme" des Inhalts. Oliver hingegen ist schon in seinem Verhalten und seinen Wertungen abhängig von den Medien, und er ist es auch dann noch, wenn er grundsätzlich das Gegenteil von dem für richtig hält, was ihm vorgegaukelt wird.

Ich beobachte diese beiden Typen von Menschen in allen vermeintlich unterschiedlichen politischen Lagern und überall bilden die Süchtigen die grosse Mehrheit. Bei den Rechten, nimmt genauso wie bei den Libertären, die Mehrheit unter hohem Suchtfaktor die Welt nur durch Massenmedien wahr, obwohl es hier ja die Sitte ist das Gegenteil von dem zu glauben und zu tun was die Medien vorgeben. Eine solche Opposition kann dennoch nie eine echte Bedrohung für das System sein, denn sie steht völlig unter dem Zwang, eine ihre vorgegaukelte Rolle zu spielen und ist dabei selbst dazu bereit gerne auch die Rolle des bösen Parts im Kollektiv zu spielen.

Egal was sie sich unter dem Zwang ihrer kollektiven Wahrnehmung einbilden tun zu müssen, dass werden sie auch tun ohne tiefer über den Sinn nachzudenken. Migranten hassen, Kommunisten hassen, Massenmedien hassen, egal welchen Feind ihre Wahrnehmung ihnen präsentiert und egal wie absurd und unschlüssig die Logik in der Wahrnehmung auch ist. Dennoch gibt es überall auch eine kleine Minderheit die ausschließlich selbst für sich entscheidet.

Diese Minderheit ist immun gegen die kollektive Wahrnehmung und damit die eigentliche Gefahr für das bestehende System. Leider ist sie aber auch kein Kollektiv, wird nie wie ein Kollektiv handeln und kann nie eine eigene Macht gegen das bestehende System entwickeln. Es ist deshalb alles wie es ist und wird auch immer so bleiben.

 

***



 

Rubriken: Medien Psychologie Einwanderung

... zurückblättern