Anarchie wagen

Elmar Schlang


Einmal mehr wird sich die Menschheit irgendwann die Köpfe einschlagen, weil sie meinen, sie irgendwelchen psychopathischen Führern hinterherlaufen zu müssen, welche erst dafür sorgen, dass bestimmte Konflikte überhaupt erst entstehen. Das die Menschheit daraus lernt bezweifle ich allerdings. Man sieht es ja schon an Deutschland, dass man nix aus der Vergangenheit gelernt hat. Man hat nur die Feinbilder gewechselt und mehr nicht. Man wendet den Faschismus auf ein anderes Feindbild an, das macht es aber auch nicht besser.

Solange die Mehrheit initiierende Gewalt gegen Andere anwenden möchte, egal aus welchen Motiven auch immer, wird es immer wieder größere Konflikte geben. Alle Konflikte wird man nie vermeiden können, aber man kann die Kosten für den Irrsinn eben auch denen auferlegen, die diesen Irrsinn veranstalten wollen, dann können sie automatisch weniger Schaden anrichten.

Das schlimmste, was einem passieren kann ist, dass sich die Anarchie wieder in den Status Quo verwandelt und eine Gruppe mit Gewalt Andere unterdrückt. Ich finde man sollte den Versuch Anarchie wagen, zumal es ja offen lässt, wie man denn gedenkt die gesellschaftliche Ordnung zu gestalten. Wer mehr Ketten will, kann die haben, dann aber bitte nur für sich und er hat eben kein Recht andere dazu zu zwingen.

Glück hängt vom Auge des Betrachters ab und jemand aufzwingen zu wollen, wie man denn glücklich sein muss, ist aus meiner Sicht insofern falsch, warum sollte ich jemand anderen zwingen keinen Herrscher zu haben, es geht hier nur darum, dass man die Wahl hat, denn nur selbstgewählte Herrschaft ist legitim. Eine implizite Zustimmung, wo man gar keine Wahl hat ist keine Zustimmung, da bedarf es schon expliziter vertraglicher Zustimmung.

 

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Rubriken: Anarchie Toleranz/Transparenz

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