Wenn Menschen hungern ist der Staat das Problem

Tommy Casagrande


Die Aussage, es sei armselig, wenn sich private Organisationen darum kümmern müssen, dass Menschen nicht hungern, hat mich provoziert, einen Standpunkt zu veröffentlichen.

Armselig ist, wenn es zur Staatsaufgabe erklärt wird, Menschen zu füttern. Das zeigt mir, dass jener (der diese Behauptung aufstellt) nicht im Bilde darüber ist, wie der Staat an sich funktioniert und dass der Staat erst die Ursache dafür ist, dass Menschen in die Lage versetzt werden, gefüttert werden zu müssen.

Zuerst einmal: Wenn es eine freie Marktwirtschaft gäbe, so gut wie keine Steuern und kaum Gesetze die wirtschaftliche Kosten und wirtschaftliche Behinderungen nach sich ziehen, würde es das Phänomen einer unfreiwilligen Arbeitslosigkeit auf der ganzen Welt nicht geben. Das ist Wissenschaft. Dazu brauchst du dich nur in die österreichische Schule der Nationalökonomie einzulesen.

Da der Staat durch die ihn bestimmenden Interessengruppen in das wirtschaftliche Handeln eingreift und aufgrund der Eingriffe fortlaufend Probleme entstehen, resultieren daraus wiederum fortlaufend neue Interessengruppen die zu neuen staatlichen Eingriffen aufrufen aus denen weitere Probleme resultieren bis die ganze Gesellschaft zu Grunde geht in Hass, Neid, Gewalt, Aggression und Armut. Das ist das Ende der Geschichte, wenn man meint, "Sicherheiten" dadurch zu schaffen indem man die individuellen Freiheiten opfert. Wie oft will man aus der Geschichte eigentlich nichts lernen bis man mal etwas begreift?

Wenn der Staat zurückgeschnitten werden würde, würden im gleichen Maße die Menschen in die Verbesserung ihres Lebens versetzt, Wohlstand aufzubauen. Man muss sich das wie eine Waage vorstellen. Wenn der Staat zunimmt, nimmt der Wohlstand ab und umgekehrt. Staat schafft keinen Wohlstand. Wohlstand ist das Ergebnis eines schrumpfenden Staates und Armut ist das Ergebnis eines tyrannisch wirkenden Staates. Und dann gibt es eben noch eine Grauzone wo tyrannische Herrscher begriffen haben, dass der Kapitalismus instrumentalisierbar ist. So kann China beispielsweise den Menschen (noch) diverse Freiheiten vorenthalten während gleichzeitig durch Liberalisierung in diversen Bereichen am Aufbau von Wohlstand gearbeitet wird. Das ist gut und nicht gut gleichermaßen. Es ist gut, weil selbst ein bisschen Kapitalismus dazu hilft, dass Menschen so viel produzieren können um zu überleben und darüber hinaus. Schlecht ist es wiederum, weil Kapitalismus als Staatskapitalismus als Instrument eines politischen Systems eingesetzt werden kann. Aber natürlich wäre eine sozialistische Alternative noch schlimmer, weil durch sie eben die Armut und der Hunger ohnehin größer würden. Und ein Sozialstaat ist Ausdruck von Sozialismus. Man kann nichts umverteilen, wenn nicht zuvor ausreichend produziert wird. Und wenn die Produktion durch staatliche Eingriffe unattraktiv wird, kann man immer weniger verteilen. So beißt sich dann die Katze in den Schwanz.

Und umgekehrt: Wenn der Staat anfängt, Steuern und Regulierungen zu beseitigen und abzubauen, dann kommen mehr und mehr Menschen in den Wirtschaftsprozess der Produktion und der Wohlstand steigt wieder sowie auch die Zufriedenheit und die Toleranz wieder zunimmt. Dann nehmen gesellschaftliche Spannungen ab und man braucht keinen Bürgerkrieg oder sonstige Gewaltaktionen zu fürchten. Die Sache ist also ziemlich einfach. Nur, da der Liberalismus lange Zeit diskreditiert wurde, mangelt es vielen Menschen an der geistigen Denkoption wie die gegenwärtigen Probleme zu lösen seien, ohne den Staat dabei noch allmächtiger zu machen. Und hier braucht es eine geistige Revolution/Evolution.

Am Ende blieben ganz wenige Menschen übrig, die sich selbst nicht erhalten könnten. Aber da alle anderen dann die Möglichkeit vorfänden, sich in einer freien, unregulierten Wirtschaft, zu erhalten und keinen Staat dafür bräuchten, würde es leicht reichen, wenn es nur ein paar soziale Organisationen, Bewegungen, Firmen etc. gäbe, die sich sozial engagieren bzw. einen Teil ihres zunehmenden Wohlstandes dafür spenden würden, denn es würden ja nur noch die Bedürftigsten eine Hilfe benötigen. Heute benötigen hunderttausende Menschen die im freien Markt eine Arbeit fänden und an ihrem Wohlstand bauen könnten, Hilfe durch den Staat, durch dessen Eingriffe sie in eine Lage der Hilflosigkeit versetzt wurden. Das ist pervers an unserer Gegenwart. Hier muss das System komplett geändert werden.

Wenn immer mehr Menschen arbeiten, würde der Wohlstand steigen, weil mehr und mehr Menschen im freien Wettbewerb für sinkende Preise und zunehmende Qualität sorgen würden. Da bräuchte man dann auch keine Mindestlöhne oder Mindestlohnäquivalente mehr, die ja ihrerseits auch wieder zur Zunahme unfreiwilliger Arbeitslosigkeit beitragen.

Und dann wäre da noch das Problem Zentralbank. Zentralbanken zerstören durch ihre künstlich gesetzten niedrigen Leitzinsen den Geldwert und verursachen ihrerseits ebenfalls Massenarbeitslosigkeit, Wirtschaftskrisen, steigende Staatsverschuldung bis hin zum Staatsbankrott und um dem entgegen zu wirken dann massiven Abbau des Sozialstaates aufgrund von Einsparungen. Ebenso fatal wäre eine Zentralbank die künstlich den Zins hoch setzt. Die Zentralbank an sich ist das Problem, weil es eine sozialistische Einrichtung ist. Es wird für alle Menschen ein Zins gesetzt, der nicht auf Angebot und Nachfrage beruht sondern auf politischem Kalkül. Zudem ist die Zentralbank zentral, also ein Monopol des Staates und mit Sonderprivilegien ausgestattet. Es gibt keinen freien Banken- und Geldmarkt. Damit verschlimmert sich die ökonomische Krise und die Menschen gehen bei ihrer Suche nach Sündenböcken einander an die Gurgel anstatt das System zu analysieren und es zugunsten einer freien Marktwirtschaft zu verdammen. Das gegenwärtige System ist Sozialismus. Und dieser hat alle bisherigen Länder in die Armut getrieben. Und überall wo das geschah, gab es gesellschaftliche Krisen.

Wie man sieht, haben wir ein ganzes Bündel an Probleme die man mit einem einzigen Schlag gleichzeitig angehen müsste. Kein Stückwerk sondern ein Plan nach Ludwig Erhard. So als hätten wir gerade einen Krieg erlebt. Wir müssen uns darauf einstellen, dass das gegenwärtige System, dass Jahr um Jahr die Marktwirtschaft zugrunde richtet aufgrund von staatlichen Eingriffen, Trümmer hinterlässt. Und wir müssen die Gesellschaft neu aufrichten wie Ludwig Erhard das getan hat. Und wenn es eine freie Marktwirtschaft gibt, dann ist das Wirtschaftswunder kein Wunder sondern einfach die logische Konsequenz, wenn Menschen frei miteinander handeln können um ihr Leben zu verbessern.

Punkt aus.

 

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Rubriken: Freier Markt

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