Angst vor dem freien Markt?

Roberto Solano

Was ist der freie Markt ?
Man nennt den freien Markt auch Marktwirtschaft, ganz akademisch wird der freie Markt als ökonomisches System bezeichnet. Planung und Koordination der Wirtschaftsprozesse erfolgen dezentral, heißt es auf Wikipedia. Marktwirtschaft wird in der ökonomischen Theorie als ein selbstregulierendes und selbst optimierendes System, unter der angenommenen Voraussetzung einer Entscheidungs- und Handlungsfreiheit der Wirtschaftssubjekte, aufgefasst.

Hört sich gut an und weiter unten heißt es dann ernüchternd: Reale Märkte weichen allerdings teils erheblich von dieser idealisierten Modellvorstellung ab.

Eine idealisierte Welt, dieser freie Markt … unrealistisch also!!!

Doch freier Markt ist nichts anderes als freies Individuum. Also freier Markt bedeutet freies Individuum und regulierter Markt bedeutet reguliertes Individuum.

Die Marktwirtschaft meint also eine Gesellschaftsform freier Individuen ohne ein staatliches Gewaltmonopol. In einer Marktwirtschaft kann es natürlich verschiedenste Subkulturen und Organisationsstrukturen geben, die aber nur für die Individuen gelten, die bei diesen Strukturen freiwillig teilnehmen. Wie z.B. bei Vereinen oder anderen freiwilligen Gruppen mit Ihren Satzungen und Regeln. Ansonsten wäre es ja kein freier Markt, sondern ein gezwungener. Steuern stehen also im Widerspruch zum freien Markt. Doch kann es Institutionen und staatsähnliche Strukturen auch in einem freien Markt geben, jedoch müssen sich diese Institutionen über freiwillige Spenden ihrer freiwilligen Mitglieder finanzieren, d.h. sie müssen Produkte oder Dienstleistungen anbieten, die so gut sind, dass sie freiwillige Abnehmer oder Spender finden. Eine völlig andere Art von staatlichen Institutionen also. Unvorstellbar und abwegig?

Fassen wir zusammen:

Freier Markt oder Marktwirtschaft ist gegeben,

1. – …. wenn freie individuelle Produktion und freier Wettbewerb besteht
2. – …. wenn keine staatlichen Kontrollen oder Marktregulierungen bestehen
3. – …. wenn alle bestehenden Institutionen sich ausschließlich aus freiwilligen Beiträgen finanzieren.
4. – …. wenn alle Individuen Wahlfreiheit hinsichtlich Konsum, Berufstätigkeit, Sparen und Investieren haben (wenn also völlig freie Preisbildung, Gewerbefreiheit, Vertragsfreiheit und Konsumfreiheit besteht).

Was???? Keine Steuern oder Zwangsabgaben???? Völlig unrealistisch und weltfremd!! Ja aber dann gäbe es ja überhaupt keinen Staat, denn wer würde freiwillig Steuern bezahlen? Das bedeutet, dass jeder nach seinen Vorstellungen wirtschaften kann? Oh mein Gott, ist das naiv!! Und außerdem ist es schrecklich!!! Das ist Sozialdarwinismus!!! Das bedeutet Chaos!!! Mord und Totschlag stehen uns bevor bei solchen Verhältnissen!!!

Diese Furcht vor dem freien Markt sitzt so tief, dass sich eine riesengroße Mehrheit lieber mit kollektivistischen Zwangsmodellen wie dem Sozialismus, Korporatismus oder Despotismus arrangieren, obwohl all diese Modelle bisher immer zu Tyrannei, Krisen, Armut und Kriegen geführt haben und führen. Neuerdings versucht man uns diese kollektivistischen Modelle in Form von parlamentarischer Demokratie und sozialer Marktwirtschaft aufzuschwatzen, oder uns mit staatlichen Wohlfahrtsprogrammen und Wahlen zu bestechen und zu kaufen. Aber genau betrachtet, sind auch diese schönen Floskeln nichts anderes als kollektivistische Zwangsmodelle, denn all diese schönen Modelle finanzieren sich aus Zwangsabgaben und Steuereinnahmen, also erpresstem Geld und das Individuum wird von einem staatlichen Gewaltmonopol zur Mitgliedschaft gezwungen.

Woher kommt diese Angst vor dem freien Markt oder besser gesagt vor dem freien Individuum?
Ist das Individuum von Geburt an so böse und gefährlich, dass man es nicht in Freiheit leben lassen kann, sondern es herumkommandieren und regulieren muss? Es heißt, man muss es dressieren, bilden und kontrollieren sonst … ja, was sonst eigentlich?

Eins sollten wir hier festhalten. Der freie Markt bzw. das freie Individuum hat noch nie zuvor existiert in der Geschichte, es gab immer nur mehr oder weniger Freiheit. Selbst in sehr archaischen Gesellschaften, bei primitivsten Völkern, in der Wiege der Menschheit sozusagen, waren das Leben und Handeln des Individuums immer reglementiert vom Kollektiv, Stammeshäuptling oder religiösen Führer. Der freie Markt ist also tatsächlich eine Utopie und hat in seiner reinen Form noch nie existiert. Der freie Markt oder das freie Individuum wären also ein neuer Evolutionsschritt unserer Spezies in Richtung Zivilisation. Aber Freiheit ist immer verbunden mit dem Risiko der Selbstverantwortung. Lohnt sich dieses Risiko? Was hätten wir zu verlieren?

Von Intellektuellen hören wir: Ohne einen regulierenden Staatsapparat hätten wir keine Straßen, keine Schulen, keine Kindergärten, keine Verteidigung, keine Sicherheit, keine Versorgung für Mittellose und Bedürftige und so vieles andere nicht. All diese wichtigen Dinge können sich nicht in freier Kommunikation auf einem freien Markt entwickeln. Solidarität und Nächstenliebe müssen uns von einem Gewaltmonopol eingeprügelt werden, sonst hätten wir überhaupt keine Kultur! Wir wären nur eine Ansammlung aus Kreaturen, die sich in erbitterter Konkurrenz einen erbarmungslosen Kampf um Leben und Tod liefern, bei dem nur der Stärkere und Rücksichtslosere gewinnt. Wir würden uns sehr schnell zu einem asozialen Pack entwickeln. Ein staatliches Gewaltmonopol ist nötig, um nicht vollständig in Barbarei zu versinken. Ein staatliches Gewaltmonopol ist nötig, um uns zu schützen vor Ungerechtigkeit und Gewalt. Außerdem müsste sich dann eine riesige Zahl von Funktionären, Bürokraten und Intellektuellen neue Arbeit suchen. Arbeitslosigkeit also!! Wollt Ihr das?

Selbst heute mit all den unglaublichen Informationsmöglichkeiten des dezentralen Internets wird immer noch von fast allen alternativen Medien gebetsmühlenartig für einen Staat mit Gewaltmonopol geworben, der sich über Zwangsabgaben, also Steuern, finanziert. Mal mehr Regulierung, mal weniger Regulierung. Es heißt dort, wir bräuchten lediglich andere Politiker und wir bräuchten einen besseren Bürger, der Bürger habe Pflichten, er müsse dabei sein, er müsse teilnehmen an der Politik, mal müsse er auf die Straße, mal müsse er runter von der Straße, dann würde alles besser werden. Neue Parteien kommen und gehen, neue Gesichter, neue Parolen und vor allen Dingen neue Steuern sollen uns beglücken. Und Steuern bleiben der wesentliche Zweck jeder Politik.

Obwohl die größten Verbrechen und Massaker in der Menschheitsgeschichte von Steuergeldern finanziert wurden und werden, werden Intellektuelle nicht müde, uns einen Staat, der durch Steuereinnahmen finanziert werden muss, als absolut erforderlich verkaufen zu wollen. Alle entwerfen neue staatliche Modelle, wie es besser funktionieren könnte. Tolle Namen werden kreiert : Soziale Marktwirtschaft, Demokratische Republik, soziale Gleichheit, Plan B, Plan XY etc. Basierend natürlich auf Steuern, die durch Androhung von nackter Gewalt eingetrieben werden von einem staatlichen Gewaltmonopol, verbunden mit einer Zwangsmitgliedschaft beim Staat. Davon redet man natürlich nicht. Man muss also unbedingt mitmachen bei all diesen Programmen, freiwillig funktionieren diese Programme alle nicht. Wir brauchen Zwang und Gewalt, da sind sich fast alle Intellektuellen einig.
Steuern und Gewaltmonopol stehen jedoch in krassem Widerspruch zu einer freien Gesellschaft und jeder, der für Steuern und ein Gewaltmonopol eintritt, handelt gegen eine freiheitliche Gesellschaft. Es ist ok, gegen eine freiheitliche Gesellschaft zu sein, nur sollten diese Leute wenigstens ehrlich sein und aufhören, Gewalt und Zwang als Freiheit zu verkaufen. Sie sollten so ehrlich sein und sich klar zu Gewalt und Zwang bekennen. Da aber immer noch jeder normale Mensch gegen Gewalt und Zwang ist, schweigen Politiker und Intellektuelle über das Maß an Zwang und Gewalt, das nötig ist, um ihre Pläne zu realisieren.

Wir können also 3 entscheidende Kennzeichen hervorheben und sollten bei der Beurteilung von gesellschaftlichen Modellen immer bei diesen 3 wichtigsten Fragen beginnen.

1. Finanzieren sich diese neuen politischen Modelle aus Zwangsabgaben, also Steuergeldern?

2. Gibt es ein legales Gewaltmonopol?

4. Gibt es eine Zwangsmitgliedschaft?

Untersuchen wir alle politischen Modelle auf diese 3 wichtigsten Merkmale, so werden uns Politiker niemals mehr täuschen können. Wenn es um Politik geht, sollten wir unsere Sinne und unser Bewusstsein auf diese Punkte richten. Wir können jedem politischen Modell einen Gewalt-Index zuteilen, indem wir abschätzen, wieviel Gewalt und Zwang nötig sind, um das jeweilige politische Modell durchzusetzen.

Es gibt nur ein Modell, das nicht auf Zwang und Gewalt basiert und jedem nach seiner Vorstellung leben lässt, und das ist der freie Markt.

Die Zukunft.

Danke für eure Aufmerksamkeit.

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